Ein Stück weihnachtliches Skandinavien in Bonn

FEST DES LICHTES  Wahrscheinlich hat so manch ein Student im Winter einen weiß gekleideten Chor in der Adventszeit durch das Uni-Hauptgebäude ziehen sehen. Doch nicht alle wissen, dass sie dabei Zeugen eines skandinavischen Festes werden, das auch hier in Bonn seit Jahrzehnten zelebriert wird.

  ►  VON JACQUELINE FANK

 

Jedes Jahr veranstalten die Studentischen Hilfskräfte der Abteilung für Skandinavische Sprachen und Literaturen in Zusammenarbeit mit dem derzeitigen Schwedisch-Dozenten Håkan Westman und der Fachschaft für Germanistik, Komparatistik und Skandinavistik (GeKoSka) zwei Festaktivitäten anlässlich des skandinavischen Lucia-Festes: Am Nachmittag des 13. Dezember zieht der Lucia-Chor durch das Uni-Hauptgebäude und um den 13. Dezember herum findet dann das Lucia-Fest statt. Bei diesem Fest tritt erneut der Lucia-Chor auf. Nach seinem Auftritt wird das skandinavisch inspirierte Buffet eröffnet und es wird gefeiert.

Das Lucia-Fest ist ein skandinavischer Brauch, der am 13. Dezember zelebriert wird. Es ist der Gedenktag der heiligen Lucia. Früher fiel der 13. Dezember auf die Wintersonnenwende, so wie auch das andere skandinavische Fest, der Midsommar, auf die Sommersonnenwende fällt. Traditionell werden beim Fest weiße Gewänder und Kerzen getragen. Heutzutage trägt meistens nur der Chor traditionelle Gewänder und es werden elektrische Kerzen verwendet.

Die Organisation für das Bonner Lucia-Fest beginnt schonfrüh. Laut Benedikt Hufnagel, Studentische Hilfskraft der Skandinavistik und Kultur- und Veranstaltungsreferent der Fachschaft GeKoSka, wird bereits Anfang September begonnen, den passenden Veranstaltungsort zu finden. Die Suche wird von Jahr zu Jahr intensiver, da passende Räume im Bonner Raum schnell vergeben sind. Der Lucia-Chor beginnt ebenfalls ein paar Monate vor dem Fest an mit den Proben. „Es werden traditionelle schwedische Lieder des Lucia Fests eingeübt. Die Teilnahme steht grundsätzlich allen interessierten Personen offen. Es werden auch keine Vorkenntnisse des Schwedischen erwartet; der Dozent probt die Songs mit allen Interessierten so ein, dass auch Sprachfremde sie perfekt vortragen können“, so Benedikt Hufnagel. Stehen die Räumlichkeiten und der Chor ist die größte Organisationsarbeit geschafft, die restliche ist dann nicht mehr ganz so zeitinvestiv, auch weil die Abläufe sich über die Jahre gut eingespielt haben.

Besonders macht die Veranstaltung vor allem die Atmosphäre des Festes. Benedikt Hufnagel beschreibt diese so: „Alles, was man an dem Abend vorfindet und erlebt, ist unter der tatkräftigen Unterstützung der Gemeinschaft entstanden. Es herrscht eine sehr familiäre Stimmung und es fällt einem dort auch leicht, neue und interessante Personen kennen zu lernen. Es ist ein Fest von allen für alle.“

Dieses Jahr findet das Lucia-Fest am 14. Dezember ab 17 Uhr in der ESG Bonn (Königstraße 88, Bonn) statt. Für nur 5€ könnt ihr an diesem Fest teilnehmen, Essen und Trinken ist im Preis inbegriffen. Wenn ihr etwas zum Buffet beitragt, ist der Eintritt sogar kostenlos. Buffetlisten liegen dafür im Geschäftszimmer der Skandinavistik aus. Dort sind auch die Eintrittstickets (Biljetter) erhältlich, diese können natürlich auch am Abend selber beim Fest gekauft werden.

Unsere Redakteurin Jacqueline ist Mitglied der Fachschaftsvertretung Gekoska. (Anm. d. Redaktion)

Für drei Groschen in die Oper

KULTURTICKET  Diesen November, zu Beginn der kalten Jahreszeit, wenn Hofgartenwiese und alter Zoll keine Option mehr für eine entspannte und günstige Abendgestaltung darstellen, bieten die „Drei- Groschen- Wochen“ eine günstige Möglichkeit für die Studierendenschaft die bunte Theaterwelt Bonns kennen zu lernen. Aber worum geht’s?

Verehrtes Publikum, los, such dir selbst den Schluß! Es muß ein guter da sein, muß, muß, muß!

 

An den Reaktionen der Studierenden die in den ersten Tagen der „Drei-Groschen-Wochen ihre Wege ins Theater fanden sieht man: Die Theateraufführungen in den Bonner Theatern schaffen, was der Kunst zu eigen ist: Sie schaffen Emotionen, Gedanken und Austausch untereinander. Bisher war die Möglichkeit ins Theater oder die Oper zu gehen für die meisten Studierenden allerdings ein seltener Luxus.
Doch diesen Herbst, vom 1.-14. November öffnen acht Institutionen der Bonner Theatergemeinde zum Anlass der „Drei- Groschen- Wochen“ ihre Pforten für die Studierendenschaft und das für drei Euro an der Abendkasse. Für zwei Wochen und drei Groschen und mit einer Auswahl unter dreißig Veranstaltungen, steht den Bonner Studierenden alles zwischen Theater, Comedy und Kabarett offen.
Für die Zeit im November gilt es also schnell zu sein. Wer auf der sicheren Seite sein will, kann sich bei der Öffnung der Abendkassen sein Ticket sichern und dann noch einen Kaffee trinken gehen, denn die Erfahrung der ersten Tage zeigt, die Tickets sind schnell erobert.

Die „Drei-Groschen- Wochen“ die in Zusammenarbeit zwischen des AStAs und den Theatern in Bonn entstanden sind, dienen als ein Probelauf für das eigentliche Projekt.
Momentan arbeitet der AStA der Rheinischen Friedrich-Wilhelm Universität in Zusammenarbeit mit der Theatergemeinde Bonn an der Realisierung der Erweiterung des Kulturtickets, um das Projekt zu einer dauerhaften Kooperation auszubauen. Bisher erhalten Bonner Immatrikulierte bei Vorlage ihres Studierendenausweises kostenlosen Eintritt im LVR-Landesmuseum, im Beethovenhaus, im Universitätsmuseum, im Ägyptischen Museum und im Deutschen Museum hier in Bonn. Durch eine Erhöhung des Semesterbeitrags um drei Euro, könnte jeder an der Bonner Universität immatrikulierte Studierende zusätzlich für jeweils drei Euro an der Abendkasse die verschiedensten Veranstaltungen der teilnehmenden Theater wahrnehmen. Das heißt es lohnt sich schon ab dem ersten Theaterbesuch.
Derzeit wird von den Kooperationspartnern und dem AStA ein Vertragsentwurf erarbeitet, der im Januar der Studierendenschaft zur Urabstimmung vorgelegt wird. Und dann heißt es „JA“ zum Kulturticket, denn dann liegt die Entscheidung für tatsächliche Realisierung des Kulturtickets bei der Studierendenschaft.

Der Vertrag beinhaltet die Erhöhung des Semesterbeitrags um drei Euro, damit die Theater in Bonn auch in Zukunft noch Karten anbieten können. Außerdem soll von den Kooperationspartnern eine App professionell entwickelt werden, durch die im Vorhinein die Verfügbarkeit von Karten an der Abendkasse angezeigt werden soll. Ähnlich wie das Besucherbarometer auf der Website der ULB, soll die App live anzeigen, wie viele Karten noch zu haben sind.
Ob das alles so zustande kommt, hängt schließlich von den Studierenden ab. Somit ist die Urabstimmung im Januar entscheidungstragend.

Programm der Drei- Groschen- Wochen:
Junges Theater Bonn:
Hermannstraße 50, 53225 Bonn-Beuel
0228/463672
Do. 1. Nov., 15:00: „Der Räuber Hotzenplotz“
Fr. 2. Nov., 19:30: „Geheime Freunde“
Sa. 3.& So. 4. Nov., 15:00: „Der Grüffelo“
Mi. 7. Nov., 19:30: „Löcher- Das Geheimnis von Green Lake“
Fr. 9.& Sa. 10. Nov., 15:00: „Der Räuber Hotzenplotz“
So. 11. Nov., 15:00: „Die Schnecke und der Buckelwal“

Theater Bonn:
Opernhaus, Am Boeselagerhof 1, 53111 Bonn
Schauspielhaus, Theaterplatz, 53177 Bad Godesberg
0228/778008 & 778022
Do. 1. Nov., 18:00: „Die Zauberflöte“ im Opernhaus
Sa. 3. Nov., 19:30: „Xerxes“ (Serse) im Opernhaus
Sa. 10. Nov., 19:30: „Kiss Me, Kate“ im Opernhaus
Fr. 2. Nov., 19:30: „Die Orestie“ im Schauspielhaus
Do. 8. Nov., 19:30: „Candide oder der Optimismus

Contra Kreis Theater:
Am Hof 3-5, 53113 Bonn
0228/ 632307 & 635517
Do. 1. Nov., 18:00: „fott es fott“ Die Bonn Revue
Di-Fr. 6.-9. Nov., 20:00: „Ketten der Liebe“

Pantheon:
Siegburger Straße 42, 53229 Bonn
0228/212521
Mo. 5. Nov., 20:00: „Der kleine Prinz“
Mi. 7. Nov., 20:00: „Am Ende des Tages“
Do. 8. Nov., 20:00: „Man muss die Dinge nur zu Ende“

Euro Theater Central:
Münsterplatz- Dreieck, 53111 Bonn
0228/637026
Do. 1. Nov., 20:00: „Das Stück, das jeder Schauspieler nur einmal im Leben spielen kann!“
Fr. 2.& Sa. 3. Nov., 20:00: „Endspiel“
So. 4. Nov., 18:00: „Das Stück, das jeder Schauspieler nur einmal spielen kann!“
Sa. 10. Nov., 22:00: „FERKEL IM WIND – Bonner Lesebühne für komische Literatur“
Mo. 12.& 13. Nov., 20:00: „Geschlossene Gesellschaft“

Theater Marabu:
Kreuzstraße 16, 53225 Bonn
0228/4339759
Fr. 2. Nov., 19:30: „In meinem Hals steckt eine Weltkugel?“
Do. 8.& Fr. 9. Nov., 19:30: „Into outer Space – Stückentwicklung“

Haus der Springmaus:
Frongasse 8-10, 53121 Bonn (Endenich)
0228/798081
Mi. 7. Nov., 20:00: „heul doch!“
Do. 8. Nov., 20:00: „Hauptquartier“
Fr. 9. Nov., 20:00: „DAS DEUTSCHE REICHT!“
Sa. 10. Nov., 20:00: „Passiert das nur mir?!“
Di. 13. Nov., 20:00: „Night Wash LIVE“
Mi. 14. Nov., 20:00: „Aus der Hüfte, fertig, los!“

Theater im Ballsaal:
Frongasse 9, 53121 Bonn
0228/797901
Mi. 7, Do. 8., Sa. 10. Nov., 20:00: „GHOST TRIO B- corps multiples“

Unsere Redakteurin Jennie ist stellv. Referentin des Kulturreferats des AStA. Ihr Enthusiasmus über das Kulturticket ist also zum Teil professioneller Natur. (Anm. d. Redaktion)

 

 

Beschlossene Sache

RUBRIK SP-BESCHLÜSSE  Das 38. Studierendenparlament hat erneut viele Dinge beschlossen. Wie immer sind unter den Beschlüssen alte Bekannte und einige Neuerungen – ausgewählte Beschlüsse stellen wir hier vor.

VON MAX DIETRICH

Das 38. Studierendenparlament beim debattieren (Foto: Max Dietrich / AKUT)

23.05.2016
Anerkennung der Abstimmung zur UniCard
Zwar wurde bei der Urabstimmung im Januar das nötige Quorum von 20 % nicht erreicht, die große Mehrheit der abgegebenen Stimmen sprach sich jedoch sowohl für die Einführung als auch für eine Beteiligung der Studierendenschaft an den entstehenden Kosten aus.

Mit diesem vom RCDS eingebrachten Antrag wurde das Ergebnis der Urabstimmung mit 8 Gegenstimmen und 2 Enthaltungen angenommen.

23.05.2016
Mitveranstaltung der Demonstration gegen die Schließung der ZB MED
Das Studierendenparlament spricht sich für eine aktive Beteiligung der Studierendenschaft an der Demonstration gegen die Schließung der ZB MED aus und legitimiert die Bewerbung dieser durch den AStA.

Das Studierendenparlament entschied hier stellvertretend für die Gesamt-AStA-Sitzung. Die besagte Demonstration fand am 24.05.2016 statt.

23.05.2016
Kooperationsvertrag Freitisch mit dem Studierendenwerk
Die Studierendenschaft beteiligt sich mit bis zu 2500 Euro pro Semester an der Ausrichtung des Freitischs für Studierende in sozialen Härtefällen.

Der Freitisch richtete sich vormals an syrische Studierende, dieses Angebot wird jetzt auf alle bedürftigen Studierenden ausgeweitet.

23.05.2016
Veröffentlichung der Ausschussprotokolle
Die Sitzungsprotokolle der SP-Ausschüsse werden gleich den Sitzungsprotokollen des Studierendenparlaments online verfügbar gemacht.

Mit diesem Antrag soll die Ausschussarbeit deutlich transparenter werden, da deren Protokolle der Studierendenschaft nun besser zugänglich sind.

23.05.2016
Finanzantrag: AStA-Sportreferat: Minitrampoline
Das Studierendenparlament genehmigt 1514,80 Euro für die Anschaffung von zehn neuen Minitrampolinen.

Die Anschaffungen waren bereits von der Obleuteversammlung beschlossen worden und bedurften nun noch der Zusage durch das Studierendenparlament.

08.06.2016
Wahl AKUT-Chefredakteurin
Das Studierendenparlament wählt eine neue AKUT-Chefredakteurin.

Die neue Chefredakteurin heißt Linnéa Nöth. Sie löst Alexander Grantl ab, welcher vier AKUT-Ausgaben verantwortet hat.

08.06.2016
Haushaltsplan
Das Studierendenparlament beschließt den vom Finanzreferenten ausgearbeiteten Haushaltsplan für das Haushaltsjahr 2016/17.

Der Haushaltsplan entspricht im Wesentlichen dem letzten Nachtragshaushaltsplan.

08.06.2016
Deutsche Hochschulmeisterschaft Judo 2016
Um die Durchführung der Hochschulmeisterschaft Judo, die dieses Jahr in Bonn stattfindet, zu ermöglichen, unterstützt die Studierendenschaft diese mit 5000 Euro.

Die Hochschulmeisterschaft fand am 10. und 11. Dezember 2016 in der Hardtberghalle in Bonn statt.

06.09.2016
Kooperation mit La Familiär e.V.
Da es sich bei diesem Projekt formell nicht um eine KiTa handelt, kann nicht auf gängige Fördermittel zurückgegriffen werden. Das Projekt wird daher vom AStA Bonn unterstützt, diese Förderung wird nun fortgesetzt.

La Familiär bietet studierenden Eltern ein Betreuungsangebot für Kinder unter 3 Jahren.

19.10.2016
Förderung Wohnen für Hilfe
Der Vertrag der bisherigen, langjährigen Organisatorin des Projekts im AStA wird verlängert, um den Fortbestand und weiteren Ausbau zu ermöglichen.

Über das Projekt Wohnen für Hilfe haben wir in AKUT-Ausgabe Nr. 341 berichtet.

27.10.2016
Position zur Fachschaftswahlordnung
Das Studierendenparlament lehnt eine Änderung der Fachschaftswahlordnung ab. Diese sieht als bevorzugte Wahlmethode Direktwahl vor. Das SP möchte es Minderheiten ermöglichen, Antrag auf Listenwahl zu stellen.

Das Für und Wider der beiden Wahlsysteme läss sich nur schwer objektiv belegen. Die Fachschaftskonferenz bevorzugt Direktwahl, da diese weniger Aufwand bedeutet.

24.11.2016
Studieren ohne Grenzen
Mit der Bewilligung dieses Antrags unterstützt die Studierendenschaft zwei Veranstaltungen der Gruppe „Studieren ohne Grenzen“ mit insgesamt 170 Euro.

Studieren ohne Grenzen setzt sich für bedürftige Studierende aus Kriegs- und Krisenregionen ein. Die genannten Informationsveranstaltungen sind ein Filmabend und ein Abendessen.


Das Rektorat auf dem heißen Stuhl

FRAGERUNDE Am 23. Mai und 15. Juni stellten sich Rektor Prof. Hoch und Mitglieder des Rektorats den Fragen der Studierendenschaft. Die wichtigsten Fragen und Antworten haben wir hier zusammengefasst.

VON MAX DIETRICH

ONLINE-VORLESUNGEN
Gibt es das Bestreben, die Aufzeichnung und Bereitstellung von Vorlesungen im Internet zu verbessern?
Die Universität stellt mit dem Projekt „Veranstaltungsaufzeichnung und Live-Übertragung“ die nötige Infrastruktur auf eCampus bereit. Für die Aufzeichnung selbst gibt es mobile Lösungen. Die Entscheidung, diese Möglichkeiten zu nutzen, liegt jedoch bei Fakultäten. Eine allgemeine Ausstattung aller Hörsäle mit der nötigen Technik wird jedoch zunächst nicht stattfinden und hat in den Augen des Rektorats auch keine Priorität.

SCHLIESSUNG DER ZB MED
Wie steht das Rektorat zur Schließung der ZB MED?
In den Augen des Rektorats wäre ein Fortbestand der ZB MED wünschenswert. Allerdings kann die Universität auf die Leibniz-Gemeinschaft selbst keinen Einfluss nehmen und eine direkte Assoziation mit den Plakatkampagnen und Demonstrationen ist ihr auch nicht möglich.

RENOVIERUNG
Wie steht es mit der Renovierung des Poppelsdorfer Schlosses?
Ist der Einbau einer Kuppel (Bericht in AKUT-Ausgabe Nr. 340) realistisch?
Das Problem im Fall des Poppelsdorfer Schloss ist, dass man dieses schon vor einiger Zeit an den Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (kurz BLB) weitergegeben hat. Man muss sich so nicht um Belange wie den Brandschutz kümmern, hat aber auch wenig Einfluss über Angelegenheiten wie die Restaurierung. Beim BLB gibt es kaum Bestreben, in die Liegenschaften zu investieren, auch die dazu nötige Kooperation von Finanz- und Wirtschaftsministerium des Landes NRW macht schnelle Lösungen unwahrscheinlich.
Was den Plan von Frank Asbeck hinsichtlich des Einbaus einer Glaskuppel angeht, ist man beim Rektorat skeptisch. Zum einen ließe sich eine öffentliche Nutzung des Schlosses kaum mit dem Lehr- und Forschungsbetrieb vereinbaren, zum anderen stellen sich in Sachen Statik und Denkmalschutz schwerwiegende Bedenken.

BASIS
Was wird getan, um die vielen Probleme von BASIS zu beheben?
Viele Punkte, die von der Studierendenschaft kritisiert werden, etwa das korrekte Einpflegen der Raumnutzung, liegen in der Verantwortung der Studiengangsmanager. Die Qualität ist hier von Fakultät zu Fakultät sehr verschieden. Es gibt kein Bestreben, die Dozenten zur Nutzung des Systems zu verpflichten, jedoch steigen die Nutzerzahlen unter anderem durch das Angebot von Schulungen stark an.

BIBLIOTHEK
Welche Pläne hat die Universität für die Bibliothek der Philosophischen Fakultät, nachdem der geplante Neubau auf dem Gelände des Viktoriakarrees gescheitert ist?
Das Rektorat bespricht hier gerade verschiedene Optionen mit allen Beteiligten. Die erste ist ein Neubau an anderer Stelle, was jedoch bis zu zehn Jahren dauern könnte. Die zweite wäre die Anmietung geeigneter Gebäude, was jedoch aus statischen Gründen schwierig ist. Die dritte und wahrscheinlichste Option ist der Umzug in das Erdgeschoss des Hauptgebäudes, wozu jedoch andere Bereiche ausziehen müssten. Dies könnte man im Zuge einer abschnittsweisen Renovierung des Hauptgebäudes erreichen, indem die jeweiligen Bereiche dann ihre Räume mit denen der Bibliothek tauschen.

Meinungsbild & Stimmungsbild

Meinungsbild

Politisches Wasserlassen

Sitzungen des Studierendenparlaments (SP) sind häufig von Alkohol und Klamauk geprägt. Man ist schließlich unter sich, denn diese Abende unter zwanghaft Engagierten tut sich kein Unbeteiligter freiwillig an. Vorläufiger Höhepunkt: die Berichtssitzung des SP, auf der sich die Studentische Selbstverwaltung eigentlich besondere Mühe bei ihrer Selbstdarstellung geben wollte. Die Stimmung war derart ausgelassen, dass ein schlüpfrig-angetrunkener Jan Bachmann (Foto) irgendwann mit dem Funkmikrofon auf die Toilette verschwand und die Akustik seines Geschäfts – beeindruckend in Dauer und Volumen – in den Saal übertrug. Dass sein Beitrag an diesem Abend vergleichsweise viel Substanz hatte, ist bedauerlich für das Studierendenparlament. Jedoch ist Jan nicht der einzige Spitzenpolitiker mit ungeniertem Austritt: Auch Gregor Gysi (Linke) übertrug jüngst einen Pissoir-Besuch per Funkmikro in eine Podiumsdiskussion. Wie Gysi fährt Jan gern politisch klare Kante: Vor kurzem verließ er die Jusos und schloss sich der LUST an. Denn mit politischen Überzeugungen scheint es wie mit der eigenen Blase: Wenn der Druck zu groß wird, sollte man austreten.

Text/Foto: Torben Klausa

Stimmungsbild

Auf der Berichtssitzung wurde aus den verschiedensten AStA-Referaten und Gremien der Verfassten Studierendenschaft berichtet. Nach ausgiebiger Diskussion um einen BAStA-Artikel von Jan Bachmann (links im Bild) zwischen Vertretern des RCDS, dem AStA-Vorsitz und dem Autor höchstselbst (oben im Bild) konnten auch noch unter anderem die Referentinnen und Referenten fast aller AStA-Referate aus ihrer Arbeit berichten. Weiter ging es mit Berichten aus Gremien wie dem Senat und Fakultätsräten. In besonders stimmungsvoller Atmosphäre durfte Sven Zemanek berichten, was in letzter Zeit auf der Fachschaftenkonferenz beschlossen und erarbeitet worden war. Der Grund für das schummrige Ambiente: Das Saallicht war kurzzeitig ausgefallen. Zur heiß ersehnten AStA-Wahl kam es an diesem Tag nicht mehr, denn die Berichte hatten den Großteil der verfügbaren Zeit aufgebraucht, und dann wollten auch noch diverse Anträge behandelt werden. Die Wahl wurde dann eine Woche später nachgeholt.

Text: Sven Zemanek/Foto: Ronny Bittner

Arbeit im STW-Verwaltungsrat

Studentische Vertretung aktiv

Welche Aufgaben erfüllt der Verwaltungsrat des Studentenwerks Bonn (STW)?

Das Studentenwerk selbst erfüllt zahlreiche Aufgaben. Zu diesen gehören auch die Beköstigung in den Mensen, das Betreiben der Wohnheime und die Durchführung des BAföG.
Der Verwaltungsrat ist dabei sozusagen das „Kontrollgremium“ des Studentenwerkes, welches unter anderem die Satzung und die Beitragsordnung erlässt und ändert, Beschluss über den jährlichen Wirtschaftsplan fasst und die Tätigkeit der Geschäftsführung hinsichtlich der Grundsätze der Finanzierung und Wirtschaftsführung überwacht. Wir beide sind dabei insbesondere dafür zuständig, die Interessen der Studierenden innerhalb des Gremiums zu vertreten. Diese sind vielfältig und reichen von der Beibehaltung angemessener Preise in den Mensen über die Schadstoffsanierung in den Wohnheimen und über die schnelle Bearbeitung der Bafög-Anträgen bis hin zu kleinen Dingen wie der Errichtung von Fahrradständern vor den Wohnheimen.

Wie setzt sich der Verwaltungsrat zusammen?

Dem Verwaltungsrat gehören drei Studierende an: Wir beide für die Bonner Studierenden und Christoph Engels für die Studierenden der Hochschule Rhein Sieg, die ebenfalls per Gesetz dem Zuständigkeitsbereich des Bonner Studentenwerks zugewiesen wurde. Weiterhin gehören dem Verwaltungsrat ein Mitglied einer Hochschule im Zuständigkeitsbereich des Studentenwerks, eine Bedienstete des Studentenwerks, eine Person mit einschlägigen Fachkenntnissen oder Berufserfahrung auf wirtschaftlichem, rechtlichem oder sozialem Gebiet und ein Mitglied des Rektorats oder des Präsidiums einer Hochschule im Zuständigkeitsbereich an.
Diese Zusammensetzung kann jedoch zukünftig durch die anstehende Änderung des Studentenwerksgesetzes modifiziert werden.

Welche wichtigen Projekte stehen zukünftig an?

Es gibt zahlreiche wichtige Projekte, die zukünftig ein besonderes Maß an Aufmerksamkeit verlangen. Exemplarisch kann man an dieser Stelle die Schadstoffsanierung in den Wohnheimen, den Bau des Wohnheimes Tannenbusch 2, die anstehende Sanierung der Mensa Poppelsdorf und die zukünftige Nutzung des „KMK-Gebäudes“, gegenüber der Mensa in der Nassestraße, nennen.

Wie kann man Kontakt zur studentischen Vertretung im Verwaltungsrat des STW aufnehmen?

Zunächst besteht die Möglichkeit uns über Facebook anzuschreiben. Bis dato wurden Anliegen auch über Mitglieder des Studierendenparlamentes an uns herangetragen.

Mehrwegbecher und Wasserspender

Der neue AStA-Vorsitz will konkrete Projekte umsetzen

Die Neuen sind da: Jonas, Nicolas und Lukas sind in den AStA-Vorsitz gewählt. „Auf Augenhöhe“ wollen sie arbeiten, „an die Arbeit des alten Vorstands anknüpfen“. Haben die drei mehr zu bieten als öde Phrasen?

Was kann der Allgemeine Studierenden-Ausschuss (AStA) schon ausrichten? Die Sinnfrage der studentischen Selbstverwaltung reicht von mageren 13 Prozent Wahlbeteiligung bis zu einem Bekanntheitsgrad des AStA, gewissermaßen die Regierung der Bonner Studierendenschaft, der kaum über die hochschulpolitisch Aktiven hinaus geht. Dabei arbeitet das AStA-Team an vielen kleinen Projekten für die Bonner Studierenden – sei es mit einer eigenen Fahrradwerkstatt oder Initiativen gegen die Bonner Wohnungsnot. Nach den Wahlen zum Studierendenparlament Anfang des Jahres hat der AStA nun einen neuen Vorsitz. Und Jonas Janoschka (Grüne) sowie seine Stellvertreter Nicolas Hensel (Jusos) und Lukas Nüse (Piraten) wollen mit konkreten Projekten ihre Spuren im Amt hinterlassen.
„Man kann ganz viel und ganz tolles bewirken“, sagt Jonas über seine Tätigkeit als AStA-Vorsitzender. Etwa mit dem Projekt „Wohnen für Hilfe“, mit dem Studierende auf Wohnungssuche bei hilfsbedürftigen Menschen untergebracht werden sollen. Das Konzept hatte Jonas‘ Vorgängerin im Amt, Alena Schmitz, begonnen – der neue Vorstand will, dass es in seiner Amtszeit „ordentlich funktioniert“, sagt Jonas. Außerdem will Jonas sich mit seinem Team für kostenlose Wasserspender in den Mensen einsetzen. Ein Konzept, das, wie Jonas betont, „in Frankreich total üblich ist“. Hier sei der AStA bereits im Gespräch mit dem Studentenwerk, die Zusammenarbeit laufe ordentlich: „Die gehen gern auf unsere Ideen ein, wenn sie die auch nachvollziehen können.“ Außerdem sollen nach Möglichkeit Mehrwegbecher für den Kaffee in den Cafeterien angeboten werden. Alles keine Mammutprojekte, dafür „alles im Rahmen der Möglichkeiten“, sagt Jonas.
Im Endeffekt sei die Arbeit im AStA-Vorsitz eben doch eine „Verwaltungsaufgabe“, sagt Nicolas. Dass in der jetzigen Amtszeit ausschließlich Herren diese Aufgabe übernehmen, liegt ihnen zufolge schlicht daran, dass niemand sonst für diesen Posten Interesse ausgesprochen habe oder die Kandidatinnen schlicht zu unerfahren gewesen seien, erklärt Jonas: „Man kann nicht aus heiterem Himmel AStA-Vorstand werden.“
Ein Problem bei der Besetzung solcher Ämter sei häufig, dass im Bachelor-Master-System wenige die Zeit hätten, sich dauerhaft in den Gremien zu engagieren, sagt Jonas. „Es geht sehr viel Zeit drauf“, stimmt Nicolas zu, der sich selbst als „nicht so den großen Langzeitstudenten“ bezeichnet. Deshalb will das neue Vorstandsteam auch daran arbeiten, mehr Kommilitoninnen und Kommilitonen für studentisches Engagement zu begeistern. Wer Lust habe, eigene Ideen für die Bonner Studierenden zu verwirklichen, werde mit offenen Armen empfangen. Und im nächsten Jahr, so hofft der Vorstand, sieht dann auch das Geschlechterverhältnis wieder ausgeglichener aus.

Goodbye, goodbye, auf Wiedersehen

AStA-Königin dankt ab

Jemand geht und jemand kommt: „Circle of Life“, sagt Elton John. „AStA-Wahl“, sagt die Hochschulpolitik und bestätigt bei den im Mai durchgeführten Wahlen Jonas Janoschka als neuen ersten AStA-Vorsitzenden. Damit verabschiedet sich Alena Schmitz von der Grünen Hochschulgruppe nach fast zwei Jahren aus dem Amt.

Als Mitglied der Grünen Hochschulgruppe (ghg) ist Alena nach drei Monaten als Stellvertretende AStA-Vorsitzende unter Jakob Horneber im August 2012 erstmals zur Vorsitzenden gewählt worden. Dazu beizutragen, „die studentische Verwaltung am Laufen zu halten, den Studierenden zu helfen und ihnen zu zeigen, dass der AStA für etwas gut ist“, war von Anbeginn an Motivation für ihre Bemühungen.
Als größte Schwierigkeit hat Alena dabei immer die Unkenntnis vieler Studierender bezüglich der Strukturen und dadurch auch hingehend der eigenen Möglichkeiten empfunden. Dass dies vielen hochschulpolitischen Institutionen ähnlich ergeht, ist ihr dabei bewusst. Ebenso, dass dies die Arbeit des AStA maßgeblich verkompliziert. Diese Feststellung hat sie auch bereits zu Beginn der vergangenen Amtszeit getroffen: „Man kann oft beobachten, dass Studierende sich durch etwas gestört fühlen, aber nicht wissen, dass sie etwas dagegen unternehmen können.”
Außerdem beschreibt sie, dass auch bei Professoren Ressentiments gegen die Studierendenvertretung bestehen, besonders bei denen, „die Studierende allgemein für das Übel der Universität halten“.

Im Rückblick auf die Zeit im AStA-Vorsitz sieht Alena besonders die Fahrradwerkstatt als Highlight an. „Wer hätte gedacht, dass sie dann doch irgendwann fertiggestellt wird?“, so Alena in Erinnerung an die vielen Schwierigkeiten, die eine Inbetriebnahme immer wieder verzögerten. Ihr Fazit fällt daher umso freudiger aus: „Jetzt läuft sie ganz wunderbar!“ Trotz solcher Erfolge hat sich Alena bewusst gegen eine erneute Kandidatur entschieden. Sie habe das „jetzt lang genug gemacht, möchte mal raus aus der Verantwortung“; schließlich wolle man auch mal wieder etwas anderes machen. Aufgrund der vielen organisatorischen Aufgaben sei es im Vorsitz manchmal schwierig, sich rein inhaltlichen Aufgaben zu widmen. Umso mehr freut sie sich nun auf die Arbeit im Öffentlichkeitsreferat. Bei allem Engagement zeigt sie sich aber auch ganz menschlich: „Ich versuche natürlich auch, mich mal auf mein Studium zu konzentrieren.“

Man sagt, „das Amt lehrt den Mann“. Dass dies auch für Frauen gilt, hat Alena an sich selbst erlebt: „Ich weiß jetzt, wo man bei Problemen ansetzen muss und an wen man sich wenden kann. Und wenn etwas mal nicht funktioniert, sind teilweise eben die Strukturen dahinter schuld – die man ja theoretisch ändern kann. Es gibt Ansprechpartner und viele Menschen an der Universität, die sich mehr Kontakt und Informationen von den Studierenden wünschen, eben nicht nach dem Motto ‚Augen zu und durch‘ im Studium, sondern mit Rückmeldungen und Evaluationen.“

Traurig über das Ende der Amtszeit ist Alena nicht: „Bevor sich das noch fest fährt”, freut sie sich lieber auf neue Aufgaben.
Dem Vorsitz um Jonas Janoschka wünscht Alena vor allem eines: Konstruktivität. „Ich wünsche ihnen, dass sie sowohl die Arbeit untereinander als auch die Zusammenarbeit mit anderen – im SP, mit den Gremien, der Uni und dem STW – konstruktiv gestalten können.“

Meinungsbild & Stimmungsbild

Meinungsbild

Schlimmer geht immer

Die Wahlen für dieses Jahr sind um.
4.259 abgegebene Stimmen. 13,2 % Wahlbeteiligung. Ein schwaches Ergebnis, wenn man bedenkt, dass 32.265 Studierende wahlberechtigt waren. Unter Berücksichtigung der Wahlergebnisse vergangener Jahre lässt sich also feststellen, dass es wohl doch immer noch eine Steigerung von Desinteresse gibt, und die anscheinend im Blick vieler Studierender auf die Hochschulpolitik zu finden ist.

Fest steht jedenfalls: Es geht weiter, im nächsten Jahr wird erneut gewählt. Und auch er wird wieder dabei sein: Der Wahl-O-Man! Als Wahlhilfeprogramm entwickelte die akut ihn auf Beschluss des XXXV. Studierendenparlaments, um das Zurechtfinden im Dschungel der Hochschulpolitik zu erleichtern, einen Zugang zu ermöglichen. Bis zu 189 Mal am Tag wurde der Wahl-O-Man durchgespielt – auch da ist hinsichtlich der Anzahl Bonner Studierender noch ewig Luft nach oben.
Eine ausführliche Evaluation findet ihr auf unserer Homepage www.akut-bonn.de.
Anmerkungen, Sorgen und Wünsche dazu sind selbstredend herzlichst willkommen!

Stimmungsbild

 

Bild: Ronny Bittner

Bild: Ronny Bittner

Bild: Ronny Bittner

Bild: Ronny Bittner

Bei der Auszählung der Wahl wird die Wahl ausgezählt. Dazu müssen natürlich die Urnen geleert (oben) und ganz genau hingeschaut werden (unten).
Diese Fotos zeigen den Auszählabend der jüngsten SP-Wahl. Bei nur 4.259 abgegebenen Stimmen gab es da recht wenig zu zählen – fürs nächste Jahr ist auf mehr Stimmen zu hoffen.