Die Listen in Kürze

SP-WAHL ‖ Was schreiben die Listen über sich? Wer steht wofür? Wo werden Schwerpunkte gesetzt? Die Wahlzeitung hier für Euch in Kürze zusammengefasst.

Was darfst Du wählen?

Die 43 Mitglieder des Studierendenparlaments

Außerdem eine Urabstimmung: Stimmst Du einer Erweiterung des aktuellen Kulturtickets zu, mit der Du als Studierender für Vorstellungen in Bonner Theatern DREI Euro pro Ticket zahlst?


GHG Bonn

GRÜNE HOCHSCHULGRUPPE BONN
(Spitzenkandidatin: Lena Engel)

Ein gutes Stück links der Mitte finden wir die Grüne Hochschulgruppe (GHG), Name selbsterklärend. Auch sie ist momentan Teil der Koalition und stellt beide stellvertretenden AStA-Vorsitzenden. Die Grünen setzen auch in diesem Wahlkampf auf ihre drei Kernbereiche: Nachhaltigkeit, Soziales und den Kampf gegen Diskriminierung. Nachhaltigkeit: Die GHG kritisiert mangelnde Mülltrennung durch die Uni und dass diese ihre Stromversorgung noch zu einem guten Viertel aus Kohle bezieht. Gegen diese und andere Missstände fordern die Grünen die Einführung eines „Green Office“ und die Verankerung des Umweltschutzes als Zielbestimmung der Uni. Soziales umfasst Barrierefreiheit und Inklusion im Studium, Lobbyarbeit für ein elternunabhängiges BAFöG und Bekämpfung studentischer Wohnungsnot. Auch das Thema Erstakademiker hat sich die Liste auf die Fahne geschrieben. Antidiskriminierung: Die Grünen sehen ein Erstarken Neu- rechter Bewegungen auch in der Hochschulpolitik, dem sie entschlossen gegenübertreten wollen. Gleiches gilt für strukturellen Rassismus, wie die männlich dominierte Diskussionskultur im SP oder den Mangel an weiblichen Dozentinnen. Nicht zuletzt wolle man durch Unisex-Toiletten und die Umbenennung des Studentenausweises in Studierendenausweises die Rechte derer stärken, die sich weder als männlich, noch als weiblich verstehen.


Juso-HSG Bonn

JUSO – HOCHSCHULGRUPPE BONN
(Spitzenkandidatin: Nathaly Kurtz)

Stärkste Kraft im aktuellen Studierendenparlament ist die SPD-nahe Juso-Hochschulgruppe. Sie führt die derzeitige Koalition an und stellt die AStA-Vorsitzende. Die Jungsozialisten haben sich den Kampf für eine gerechtere Uni auf die Fahne geschrieben, sie wollen linke Politik für Chancengleichheit, Gleichberechtigung und Kultur machen. „Mein persönlicher Schwerpunkt für die kommende Legislatur“, so Spitzenkandidatin Nathaly Kurtz im akut-Gespräch, „ist die Stärkung von Arbeiter*innenkindern.“ Sie will finanzielle und strukturelle Hürden für Erstakademiker abbauen und Beratungsangebote fördern. Konkret sollen zum Beispiel Kurzdarlehen schon vor der Immatrikulation ausgezahlt werden können, damit die Einschreibung für finanziell schwächere Studienanfänger nicht schon an der ersten Semestergebühr scheitert. Das zweite große Thema, mit dem die Jusos zur Wahl antreten, ist das Kulturticket, ein Projekt des traditionell von ihnen besetzten und derzeit von Nathaly Kurtz geleiteten AStA- Kulturreferats. Sie wollen vor der Urabstimmung dafür werben, es aber auch im Falle eines nicht erreichten Quorums durchsetzen. Aber auch studentische Kultur soll gestärkt werden, vor allem durch mehr Räume für Kulturgruppen. Neben diesen beiden Schwerpunkten wollen die Jusos weiter Lobbyarbeit für studentischen Wohnraum, mehr Geschlechtergerechtigkeit an der Uni und Barrierefreiheit betreiben. Kurtz: „Mit dem Vertrauen der Wähler kämpfen wir auch nächstes Jahr im AStA für eine gerechtere Uni!“


LHG Bonn

LIBERALE HOCHSCHULGRUPPE BONN
(Spitzenkandidat: Johannes Boch)

Bei den letzten Wahlen konnte die Liberale Hochschulgruppe (LHG) einen Stimmengewinn verbuchen und mit 7 Sitzen ins Studierendenparlament einziehen, wodurch sie eine der beiden größten Oppositionsfraktionen bildete. Im November 2018 spaltete sich die Fraktion der „Progressiven“ von der LHG-Fraktion ab, welche jedoch nicht zur diesjährigen Wahl antritt. Die LHG spricht sich, getreu ihres Namens, für mehr Freiheit in der Hochschulpolitik und der Universität aus. Prüfungsanmeldung bis zum Prüfungstag, längere Öffnungszeiten der Bibliotheken und die Veröffentlichung von Evaluationen sind einige der Stichworte, mit denen die LHG eine freiere Lehre ermöglichen will. Gleichzeitig befürwortet die LHG das neue Hochschulgesetz, mit dem den Universitäten, unter anderem bei der Einführung von allgemeinen Anwesenheitspflichten, mehr Entscheidungsgewalt gegeben werden soll. Ein weiteres Standbein der LHG ist die Digitalisierung und technische Modernisierung der Uni, weshalb sie vor allem das Streaming von Lehrveranstaltungen voranbringen möchte. Zusätzlich sollen die Verfügbarkeit von Steckdosen in Hörsälen und Softwareschulungen vorangebracht werden. Durch das konsequente Streaming der Sitzungen von Studierendenparlament und AStA erhofft sich die LHG eine erhöhte Transparenz der Hochschulpolitik. Den AStA möchte die LHG hin zu einem verbesserten Service und „weniger Ideologie“ reformieren. Dazu sollen eine papierlose Verwaltung durchgesetzt und der Hochschulsport gestärkt werden, während politische Veranstaltungen einzugrenzen und der Semesterbeitrag zu senken seien. Die LHG stellt sich gegen die Einführung des Kulturtickets, wie es den aktuellen Inhalt der Urabstimmung bildet, da es hier an einem breiten Interesse der Studierendenschaft mangele und bereits genügend bezahlbare Kulturangebote für Studenten gäbe.


LUST Bonn

LISTE UNDOGMATISCHER STUDENTINNEN BONN
(Spitzenkanidatin: Clara Niermann)

Die LUST versteht sich als kritische, parteiunabhängige, linke Hochschulgruppe, die nach einer freien, solidarischen Gesellschaft ohne Staat, Nation und Kapital strebt. Die LUST hat zurzeit drei Sitze im Studierendenparlament und bildet zusammen mit Jusos und GHG eine Koalition. Sie sieht es als ihre Aufgabe, so der Arbeit des AStAs eine kritische Ausrichtung zu geben. Neben Themen wie bezahlbares Wohnen in Uninähe und die Schaffung von mehr Kulturraum, möchte sich die LUST für eine Politisierung der studentischen Selbstverwaltung einsetzen. Der AStA solle die Interessen der Studierendenschaft vertreten und sie gegenüber Universitätsleitung und Studierendenwerk besser repräsentieren. Thema Kulturräume: Die LUST setzt sich dafür ein, die Alte Volkshochschule weiter von der Stadt Bonn zu mieten. Kulturelle und politische Initiativen sollen so bezahlbaren Raum für ihre Projekte zur Verfügung gestellt bekommen und sich selbst verwalten können. Geflüchteten soll das Studium durch weniger bürokratische Hürden und mehr staatliche Gelder erleichtert werden. Die Hochschulgruppe sieht es als Pflicht der Universität dafür zu sorgen, dass alle Bachelor-Absolventen auch einen Masterplatz bekommen. Außerdem im Wahlprogramm: Keine Anwesenheitspflichten, Übersetzung aller wichtigen Uni-, AStA-Websites auf Eng- lisch, eine schnelle und sichere Beseitigung des Asbests und Austausch der Bleileitungen, Ökostrom an der ganzen Uni, mehr vegane Mahlzeiten in den Mensen, Drugtesting in Bonn, Digitalisierung der ULB.


RCDS Bonn

RING CHRISTLICH-DEMOKRATISCHER STUDENTEN & UNABHÄNGIGE
(Spitzenkandidat: Vinzenz Boddenberg)

Der RCDS legt Wert auf pragmatische Politik, der das christliche Menschenbild eines eigenverantwortlichen Studierenden zugrunde liegen soll. RCDS versteht sich selbst als lösungsorientiert, effektiv und konstruktiv. Im 40. Studierendenparlament bildet RCDS mit sieben Sitzen Teil der Opposition. Die Themen des Wahlprogramms im Überblick: Digitalisierung besser nutzen, Ausstattung in den Hörsälen verbessern, studentische Gruppen besser fördern, ausgewogenes Kulturangebot, Mensa-Preissteigerung entgegen wirken, SoftSkills im Studium, Unicard einführen. Die Hochschulgruppe strebt danach mithilfe von mehr Landeszuschüssen Mensa- und Mietpreise zu bremsen. Der RCDS setzt sich für ein breiteres, allgemeines Bildungsangebot ein, etwa durch Vermittlung von Soft Skills während des Studiums. Es soll zudem ein ausgeglicheneres kulturelles und politisches Veranstaltungsprogramm für Studierende geschaffen werden. Außerdem soll Engagement außerhalb der Uni zum Beispiel in Form von Leistungspunkten oder als Annahmekriterium für Studiengänge wertgeschätzt werden. Die Lehrqualität an den Fakultäten soll stetig verbessert werden, um Exzellenz an der Uni zu fördern. Dies soll auch im Rahmen von mehr Digitalisierung statt finden – Lehrmaterial soll flächendeckend online verfügbar sein, genauso wie moderne Hardware in den Universitätsräumen und eine flächendeckende WLAN-Verbindung für die Hochschulgruppe erstrebenswert ist. Für RCDS sollen Ideologien und die „große Politik“ einen möglichst kleinen Platz in der Selbstverwaltung der Studierendenschaft spielen.


SDS Bonn

DIE LINKE.SDS BONN
(Spitzenkandidatin: Lea Klingeberg)

Die Linke.SDS – eine Abkürzung für Sozialistisch Demokratischer Studierendenverband – versteht sich als Zusammenschluss linker Studierender und war mit 3 Sitzen eine der kleinsten Fraktionen im letzten Studierendenparlament. Der SDS zieht in seinen Thesen eine klare Verbindung zwischen Hochschulpolitik und gesamtgesellschaftlichen Fragen, dies sei nicht voneinander zu trennen. Wichtigster Standpunkt des SDS ist daher die Aussprache gegen die Kapitalisierung der Universitäten. Das Eintreiben von Drittmitteln und die Exzellenzinitiative sollten zugunsten einer erhöhten Basisfinanzierung eingestellt werden, Forschung zu Rüstungszwecken solle durch eine Zivilklausel verboten werden. Um die Uni Bonn von ihrer preußischen Geschichte abzulösen, fordert der SDS eine Umbenennung von der (Rheinischen) Friedrich-Wilhelms-Universität hin zur Karl-Marx- Universität – dieser ist weltweit wohl einer der bekanntesten Alumni. Klar positioniert sich der SDS auch für eine ökologischere Universität, so möchte er in Zukunft Reste aus den Mensen Foodsharing-Angeboten zur Verfügung stellen und die veganen Angebote in allen Mensen vollzeitig ausbauen. Betont wird zudem das Engagement für den Erhalt des Hambacher Forsts. Man habe sich, im Gegensatz zu den Listen der AStA-Koalition, bereits vor dem Eintreten der medialen Aufmerksamkeit für dieses Thema engagiert und einen Solidierungsantrag im SP gestellt. Als Maßnahme an der Universität fordert der SDS eine Abkehr von der aktuell verfolgten Verkehrspolitik und dem damit verbundenen Umbau der Tiefgarage am Hofgarten. Diese solle stattdessen endgültig geschlossen und durch einen Ausbau von Fahrradstellplätzen kompensiert werden. Die Einführung des Kulturtickets, wie sie die Urabstimmung vorsieht, unterstützt der SDS – generell solle eine größere Breite an kleinen Kulturprojekten gefördert werden.

Listeninterviews

Parlament ‖ Studierendenparlamentwahlen 14. Januar bis 17. Januar 2019

Wer steht wofür? Sechs Listen. Drei Fragen. Auf geht’s!


GHG Bonn

GRÜNE HOCHSCHULGRUPPE BONN
(Spitzenkandidatin: Lena Engel)

Wat is‘ der Plan?
Die grüne Hochschulgruppe möchte sich in den Gremien der studentischen Vertretung für eine soziale und nachhaltigere Universität Bonn einsetzen und Hürden, die durch Sprachbarrieren, eingeschränkte Mobilität entstehen, abbauen.

Wat läuft nit jut?
Wie der gescheiterte Prozess um den Wasserspender zeigt, funktioniert die Kommunikation mit der Universität nicht immer gut, gleichzeitig zeigt er auch, dass die studentische Vertretung immer wieder erfolgreich die Interessen der Studierendenschaft an die Uni heranträgt und so dennoch erreichen konnte, dass die Universität an 30 Stellen Trinkwasserzugang bereitstellt.

Wat is ejal?
Die Forderung nach einem unpolitischeren AStA, der sich nur an Serviceleistungen orientiert, nimmt zu viel Raum ein, da die Studierendenschaft ihre politischen Interessen in der SP-Wahl – einer politischen Wahl – ausdrückt und sich dies in der Ausgestaltung von Beratungsangeboten und Veranstaltungen wiederfinden sollte.


Juso-HSG Bonn

JUSO – HOCHSCHULGRUPPE BONN
(Spitzenkandidatin: Nathaly Kurtz)

Wat is‘ der Plan?
Wir wollen weiter im AStA für eine soziale und gerechte Uni kämpfen. Vor allem: Arbeiter*innenkinder stärken und das Kultur- ticket einführen.

Wat läuft nit jut?
Das neue Hochschulgesetz der Landesregierung wird die studentische Selbst- und Mitbestimmung ganz erheblich einschränken.

Wat is ejal?
Nichts ist egal – uns ist wichtig, wofür wir kämpfen.


LHG Bonn

LIBERALE HOCHSCHULGRUPPE BONN
(Spitzenkandidat: Johannes Boch)

Wat is‘ der Plan?
Wir wollen den Fokus wieder auf die Mitte der Studentenschaft legen, die Freiheit im Studium vergrößern und Chancen der Digitalisierung nutzen.

Wat läuft nit jut?
Rot-rot-grün kreist zu sehr um sich selbst und ihre teils radikalen Ansichten, statt konkrete Verbesserungen für die Studenten zu erreichen.

Wat is ejal?
Die Kultursubventionen – rot-rot-grün will den Semesterbeitrag um fast ein Drittel erhöhen, um kaum genutzte Angebote zu finanzieren.


LUST Bonn

LISTE UNDOGMATISCHER STUDENTINNEN BONN
(Spitzenkanidatin: Clara Niermann)

Wat is‘ der Plan?
Wir werden durch unsere Aktivität im AStA weiterhin die linke politische Bildung im studentischen Kontext fördern und uns auf der Ebene des Studierendenparlaments wie gehabt parteiunabhängig links gegen anti- feministische und fremdenfeindliche Tendenzen positionieren.

Wat läuft nit jut?
Wir lehnen die Beschäftigung von prominenten, aber unqualifizierten Lehrpersonen, wie Sigmar Gabriel, ab. Bei Berufungen von Lehrpersonen an die Uni Bonn sprechen wir uns für eine gleiche Gewichtung von Lehre und Forschung und die Förderung von weiblichen Lehrpersonen aus.

Wat is ejal?
Die Uni-Card und die Exzellenz-Initiative sind unseres Erachtens nach Prestige-Projekte, mit denen die Hochschulleitung und die unterstützenden Gruppen sich und die Universität unnötig aufhalten während wesentliche Veränderungen in anderen Bereichen überfällig sind und direkten positiven Einfluss auf das Studieren an der Uni Bonn nehmen könnten.


RCDS Bonn

RING CHRISTLICH-DEMOKRATISCHER STUDENTEN & UNABHÄNGIGE
(Spitzenkandidat: Vinzenz Boddenberg)

Wat is‘ der Plan?
Der Einfluss und die Gelder des AStAs sollten effektiv und produktiv genutzt werden, um die modernen Möglichkeiten der Digitalisierung zu nutzen und unserem Anspruch auf Exzellenz in Lehre und Forschung gerecht zu werden.

Wat läuft nit jut?
Unnötige Ausgaben im SP und auch im AStA sind leider keine Seltenheit, beispielsweise die Unterstützung von Gruppen, die offen verfassungsfeindlich gesinnt sind, bemängeln wir schon seit einigen Jahren.

Wat is ejal?
Egal ist die Notwendigkeit eine weich quotierten Erstredner*innen Liste im SP zu beschäftigen, sowie Solidarisierungsanträge mit Protesten wie zum Beispiel dem Hambacher Forst, da der Bezug zur Uni fehlt.


SDS Bonn

DIE LINKE.SDS BONN
(Spitzenkandidatin: Lea Klingeberg)

Wat is‘ der Plan?
Veränderung der Uni zu einem autonomen, offeneren und kritischeren Ort, der nicht der Leistungsmaxime, sondern der Bildung verpflichtet ist.

Wat läuft nit jut?
Neoliberaler Umbau und Unterfinanzierung der Uni. Abschaffung der Zivilklausel und Einführung von Anwesenheitspflicht. #Schwarz- Gelb

Wat is ejal?
Postengeschacher und Selbstbeweihräucherung. Wir wollen bessere Studienbedingungen für alle!

Beschlossene Sache

Rubrik SP-Beschlüsse Das 40. Studierendenparlament hat erneut viele Dinge beschlossen. Wie immer finden wir unter den Beschlüssen alte Bekannte und einige Neuerungen – ausgewählte Beschlüsse stellen wir hier vor.

VON MAX DIETRICH

14. März 2018
Wahl des neuen AStA
Das neu gewählte Studierendenparlament hat den Allgemeinen Studierendenausschuss neu besetzt. Neue Vorsitzende ist Sarah Mohamed (Juso-HSG), stellvertretende Vorsitzende sind Rebekka Atakan (GHG) und Sander Hartkamp (GHG).

Trotz stabiler Mehrheit von Juso-HSG und GHG erreichte Sander Hartkamp im ersten Wahlgang keine Mehrheit, da sich 2 Mitglieder enthielten. Der RCDS kommentierte dies im Anschluss als Anzeichen einer Zerfleischung der Koalition.

14. März 2018
Finanzierung des „festival contre le racisme“ 2018
Die bereits zum wiederholten Male stattfindende Veranstaltungsreihe wird von der Studierendenschaft auf Antrag des AStA-Vorsitzes und des AStA-Kulturreferats mit 7280 Euro unterstützt. Ähnliche Veranstaltungsreihen finden unter gleichem Namen in mehreren Universitätsstädten statt.

In Bonn wird das „Festival“ in Kooperation mit Gruppen wie „Refugees Welcome“ und „start with a friend“ sowie der „Anarchistisch Syndikalistischen Jugend“ (ASJ) ausgerichtet.
Die Zusammenarbeit mit der ASJ wurde bereits in der Vergangenheit von LHG und RCDS stark kritisiert.

2. Mai 2018
Finanzierung des Nat-Fak-Festivals
Das Studierendenparlament beschließt die Förderung des von Studierenden der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät organisierten Festivals mit insgesamt 3050 Euro.

Das nicht-kommerzielle Festival fand am 09.Juni 2018 im Anschluss an das Sommerfest der Universität am Campus Poppelsdorf statt. Headliner war die Band „Cat Ballou“.

2. Mai 2018
Einrichtung eines Ausschusses für Geschlechtergerechtigkeit
Der Ausschuss soll die Disparität in der Redebeteiligung zwischen männlichen und weiblichen Parlamentsmitgliedern untersuchen und Lösungsvorschläge für eine gleiche Beteiligung entwickeln.

Dieser Ausschuss hat 5 Mitglieder. Der Antrag wurde von der Fraktion der Grünen Hochschulgruppe gestellt.

14. Mai 2018
Stellungnahme zum Eckpunktepapier zum Hochschulgesetz
Das Studierendenparlament fordert die Landesregierung auf, das Eckpunktepapier vom 30. Januar 2018 und die darin vorgesehene Eingrenzung studentischer Mitbestimmung an den Universitäten nicht weiterzuverfolgen. Das Eckpunktepapier sieht unter anderem die Abschaffung der verpflichtenden Gruppenparität im Senat, der Studienbeiräte und des SHK-Gremiums vor.

Dieser Antrag wurde von den Fraktionen der GHG, der Juso-HSG und der LUST eingebracht. Der Antrag wurde mit den Stimmen der Juso-HSG, GHG, LUST und des SDS gegen die Stimmen von RCDS und LHG angenommen.

14. Mai 2018
Erneuerung der Stellungnahme zu Anwesenheitspflichten
Die bereits vom letzten Studierendenparlament am 25. Oktober 2017 beschlossene Stellungnahme gegen die Ausweitung von Anwesenheitspflichten in Vorlesungen und Seminaren wird noch einmal bekräftigt.

Im bereits erwähnten Eckpunktepapier für das neue Hochschulgesetz soll das bisher geltende Verbot für allgemeine Anwesenheitspflichten gestrichen werden.

6. Juni 2018
Solidaritätserklärung mit studentischen Beschäftigten in Berlin
Das Studierendenparlament unterstützt den Prostest der studentischen Beschäftigten in Berlin und erklärt Solidarität mit deren Forderungen.

Der Antrag wurde von der Fraktion SDS.Die Linke eingebracht. In Berlin hatten studentische Beschäftigte über mehrere Wochen für eine Ankopplung ihrer Gehälter an die Tarifverträge anderer Hochschulbeschäftigter demonstriert.

22. Juli 2018
Einladung des Rektors
Der Rektor der Universität, Prof. Dr. Hoch, wird auf die Sitzung des Studierendenparlaments am 28. November 2018 eingeladen.

Dieser Antrag wurde vom Präsidium des Studierendenparlaments gestellt. Der Rektor war zuletzt am 15.Juni 2016 im Parlament zu Besuch.

22. Juli 2018
Fortbildung des Studierendenparlamentes zum Umgang mit Rechtsextremismus und Rechtspopulismus
Die Parlamentarier sollen durch eine freiwillige Fortbildung für die Erkennung und Begegnung mit rechtsextremen Ansichten geschult werden.

Dieser Antrag wurde von der Fraktion der GHG gestellt. Anlass sind die zunehmende Verbreitung von „Campus-Alternativen“ und ähnlichen Hochschulgruppen an mehreren deutschen Universitäten sowie Organisationen wie die „Identitäre Bewegung“.

22. Juli 2018
Beschlussempfehlung des Ausschusses für Geschlechtergerechtigkeit
Der Ausschuss empfiehlt zur Verbesserung der Debattenkultur die Einführung einer weich quotierten Erstrednerinnen-Liste sowie die Durchführung einer Umfrage zu Teilnahmechancen an Debatten unter den SP-Mitgliedern.

Die Erstrednerinnen-Liste erlaubt es in Zukunft Mitgliedern, die in einer Diskussion noch nicht zu Wort gekommen sind, sich vorrangig äußern zu können, um so einseitige Gespräche zu vermeiden.

16. August 2018
Semesterticketvertrag / Zusatzvereinbarung Fahrradverleih
Der bestehende Vertrag für das Semesterticket wird verlängert. Im Zuge der Zusatzvereinbarung wird für Studierende nach Einrichtung eines Fahrradverleihsystems durch den VRS zukünftig das Entleihen eines Fahrrads für die ersten 30 Minuten kostenlos sein.

Ein Fahrradverleihsystem gibt es bis jetzt nur in Köln. Nach Beschluss des Aufsichtsrates der Stadtwerke Bonn sollen ab Ende September 2018 auch in Bonn Fahrräder bereitgestellt werden.

Ein Stück weihnachtliches Skandinavien in Bonn

FEST DES LICHTES  Wahrscheinlich hat so manch ein Student im Winter einen weiß gekleideten Chor in der Adventszeit durch das Uni-Hauptgebäude ziehen sehen. Doch nicht alle wissen, dass sie dabei Zeugen eines skandinavischen Festes werden, das auch hier in Bonn seit Jahrzehnten zelebriert wird.

  ►  VON JACQUELINE FANK

 

Jedes Jahr veranstalten die Studentischen Hilfskräfte der Abteilung für Skandinavische Sprachen und Literaturen in Zusammenarbeit mit dem derzeitigen Schwedisch-Dozenten Håkan Westman und der Fachschaft für Germanistik, Komparatistik und Skandinavistik (GeKoSka) zwei Festaktivitäten anlässlich des skandinavischen Lucia-Festes: Am Nachmittag des 13. Dezember zieht der Lucia-Chor durch das Uni-Hauptgebäude und um den 13. Dezember herum findet dann das Lucia-Fest statt. Bei diesem Fest tritt erneut der Lucia-Chor auf. Nach seinem Auftritt wird das skandinavisch inspirierte Buffet eröffnet und es wird gefeiert.

Das Lucia-Fest ist ein skandinavischer Brauch, der am 13. Dezember zelebriert wird. Es ist der Gedenktag der heiligen Lucia. Früher fiel der 13. Dezember auf die Wintersonnenwende, so wie auch das andere skandinavische Fest, der Midsommar, auf die Sommersonnenwende fällt. Traditionell werden beim Fest weiße Gewänder und Kerzen getragen. Heutzutage trägt meistens nur der Chor traditionelle Gewänder und es werden elektrische Kerzen verwendet.

Die Organisation für das Bonner Lucia-Fest beginnt schonfrüh. Laut Benedikt Hufnagel, Studentische Hilfskraft der Skandinavistik und Kultur- und Veranstaltungsreferent der Fachschaft GeKoSka, wird bereits Anfang September begonnen, den passenden Veranstaltungsort zu finden. Die Suche wird von Jahr zu Jahr intensiver, da passende Räume im Bonner Raum schnell vergeben sind. Der Lucia-Chor beginnt ebenfalls ein paar Monate vor dem Fest an mit den Proben. „Es werden traditionelle schwedische Lieder des Lucia Fests eingeübt. Die Teilnahme steht grundsätzlich allen interessierten Personen offen. Es werden auch keine Vorkenntnisse des Schwedischen erwartet; der Dozent probt die Songs mit allen Interessierten so ein, dass auch Sprachfremde sie perfekt vortragen können“, so Benedikt Hufnagel. Stehen die Räumlichkeiten und der Chor ist die größte Organisationsarbeit geschafft, die restliche ist dann nicht mehr ganz so zeitinvestiv, auch weil die Abläufe sich über die Jahre gut eingespielt haben.

Besonders macht die Veranstaltung vor allem die Atmosphäre des Festes. Benedikt Hufnagel beschreibt diese so: „Alles, was man an dem Abend vorfindet und erlebt, ist unter der tatkräftigen Unterstützung der Gemeinschaft entstanden. Es herrscht eine sehr familiäre Stimmung und es fällt einem dort auch leicht, neue und interessante Personen kennen zu lernen. Es ist ein Fest von allen für alle.“

Dieses Jahr findet das Lucia-Fest am 14. Dezember ab 17 Uhr in der ESG Bonn (Königstraße 88, Bonn) statt. Für nur 5€ könnt ihr an diesem Fest teilnehmen, Essen und Trinken ist im Preis inbegriffen. Wenn ihr etwas zum Buffet beitragt, ist der Eintritt sogar kostenlos. Buffetlisten liegen dafür im Geschäftszimmer der Skandinavistik aus. Dort sind auch die Eintrittstickets (Biljetter) erhältlich, diese können natürlich auch am Abend selber beim Fest gekauft werden.

Unsere Redakteurin Jacqueline ist Mitglied der Fachschaftsvertretung Gekoska. (Anm. d. Redaktion)